Zur Geschichte unserer
Gemeinde
Der nach dem Locator benannte Ort (der Landverteiler hieß Hermann) zählt heute zu den ältesten Siedlungen des Erzgebirges. Die Hufeneinteilung des um 1200 entstandenen Waldhufendorfes ist noch deutlich zu erkennen.
Als die deutschen Fürsten nach schweren Kämpfen das
erzgebirgische Land erobert hatten, versuchten sie das große
Waldgebiet mit Deutschen zu besiedeln.
Aus Thüringen und Franken riefen sie deutsche Bauern herbei, die
das Land urbar machen sollten. Die Siedler bekamen von den
Landesherren, den Burggrafen von Meißen, ein Gelände zur
Ansiedlung und Kultivierung zugewiesen. Jedem Bauer wurde soviel
Land zugeteilt, wie er ausreichend bewirtschaften konnte. So ein
Flurstück wurde eine Hufe genannt. In der Regel waren sie 160 m
lang und 800 m breit.
So entstand Hermannsdorf als eine ausgewogene Waldhufensiedlung.
Das Ortsbild ist von zahlreichen Fachwerkbauten geprägt. Um 1400 wurde Hermannsdorf Sitz einer Pfarrkirche, die zweitälteste im Umkreis. An den bis 1873 betriebenen Bergbau erinnert der "Seifengrund" mit zwei mächtigen Raithalden. Die 1611 erbaute St. Michaeliskirche besitzt mit ihrer Pollerorgel eine Besonderheit, die wahrscheinlich einmalig in der Welt ist.
Einer Sage nach soll ein Ritter Hermann der Gründer des Dorfes gewesen sein. Seine Burg soll auf dem "Singerstein" gestanden haben, wo heute noch eine Stelle des Felsens als "Backofen" bezeichnet wird. In diesem "Backofen" soll ein Schatz verborgen sein.