LEADER II-Projekt "Erlebnisdorf Taura"
Dieses Projekt verfolgt das Ziel, in einem landschaftlich reizvoll gelegenen, jedoch touristisch bisher nicht erschlossenen Dorf, schrittweise verschiedene Tourismus- und Freizeitangebote aufzubauen. Für die Dorfbevölkerung ergeben sich alternative Einkommensmöglichkeiten durch die Vermietung von Ferienwohnungen. Gleichzeitig trägt das Projekt zur Aufwertung des Tourismus und Fremdenverkehrs im gesamten Erholungsgebiet "Dahlener Heide" bei.
Ausgangspunkt für das Projekt war die Agrarstrukturelle Vorplanung (AVP) in der Region Schildau - Taura. In dieser AVP beschrieb das Planungsbüro die Möglickeit, durch die Schaffung eines "Erlebnishofes" die Potenzen des Ortes als "Tor zur Dahlener Heide" zu nutzen, um für das in der Region ansässige Agrarunternehmen ein zusätzliches Standbein zu schaffen.
Aus der in der AVP geplanten Maßnahme enstand eine LEADER II-Projektidee, die am 20. Oktober 1995 durch den Koordinierungskreis des LEADER II-Gebietes "Torgauer Elbland- und Heidegebiet" bestätigt wurde.
Im Zeitraum Dezember 1995 bis Januar 1996 erarbeitete das Planungsbüro eine betriebswirtschaftliche Konzeptstudie zur Tragfähigkeit des "Erlebnishofes Taura".
Die Ergebnisse dieser Stufe wurden in einer Einwohnerversammlung in Taura am 8. Februar 1996 vorgestellt. Vom 8. bis 10. März 1996 führte dann eine Fachexkursion in das Waldviertel nach Österreich, wo sich die Tauraer Einwohner informieren konnten, wie in dieser Region Einkommensalternativen für die Bevölkerung geschaffen wurden.
Nach einer weiteren Einwohnerversammlung im Juli 1996 wurde am 5. September 1996 eine Arbeitsgruppe gegründet, in der 8 Tauraer Bürger an der Weiterentwicklung der Idee eines "Erlebnishofes" zum "Erlebnisdorf Taura" mitarbeiten.
Im Rahmen einer umfassenden Bürgerbefragung äußert sich die übergroße Mehrheit positiv zu einer künftigen touristischen Entwicklung in Taura. Insbesondere die Akzeptanz einer Tourismusentwicklung bei der Dorfbevölkerung war die Grundvoraussetzung für die Umsetzung weiterer Projekte und Aktivitäten in dieser Richtung. Darüberhinaus wurden in den vergangenen Jahren im Bereich der Dorfentwicklung und mit dem Ausbau der Infrastruktur wesentliche Grundlagen zur touristischen Vermarktung des Ortes geschaffen.
In enger Zusammenarbeit zwischen dem landwirtschaftlichen Unternehmen, der Kommune sowie durch aktive Mitarbeit von Bürgern des Dorfes befinden sich gegenwärtig verschiedene Maßnahmen in der Umsetzung.
Gegenwärtig erfolgt der Aufbau eines Reiterhofes in Taura. Der Umbau eines ungenutzten landwirtschaftlichen Gebäudes zu einem Laufstall für Pferde wurde bereits abgeschlossen. In Trägerschaft des neu gegründeten Unternehmens Reiterhof "Heideland" Taura GmbH wurde mit dem Neubau einer Reithalle und der Einrichtung entsprechender Reitplätze begonnen. Durch den Aufbau des Reiterhofes wurde ein neuer Arbeitsplatz geschaffen. Neben Reitausbildung und Erlebnisreiten ist auch die Schaffung neuer Reitangebote, wie therapeutisches Reiten für Behinderte, vorgesehen.
In Abstimmung mit dem zuständigen Forstamt erfolgte die Ausweisung von Reitwegen in der Umgebung von Taura unter Einbeziehung vorhandener Reitwegnetze.
Einwohner Tauras haben in den vergangenen Monaten in regelmäßigen Arbeitsgruppenbesprechungen über konkrete Vorhaben beraten und an der Dorfentwicklungsplanung mitgearbeitet. Besonders intensiv wurde in der Arbeitsgruppe die Ausweisung eines Naturlehrpfades vorbereitet.
Sowohl Einwohner des Dorfes als auch der Inhaber der örtlichen Gaststätte beteiligen sich an der Schaffung von Gästezimmern und Ferienwohnungen. In den Nachbargemeinden vorhandene Urlaubsquartiere sowie Freizeitangebote, bspw. eine Herberge und ein Freibad, werden ebenfalls einbezogen.
Die gastronomische Versorgung soll über die im Dorf vorhandene Gaststätte abgesichert werden. Entsprechende Gespräche mit dem Gastwirt wurden bereits geführt und seine Bereitschaft zur Mitarbeit liegt vor.
Die Schaffung weiterer Urlaubsangebote wie die Einrichtung eines Streichelgeheges und einer Heimatstube sind die geplanten Vorhaben des ortsansässigen Kultur- und Sportvereins.
Die Kirchengemeinde hat ebenfalls ihr Interesse an einer aktiven Mitarbeit zur Umsetzung des Projektes "Erlebnisdorf Taura" signiert.
Alle Aktivitäten, Projekte und Maßnahmen sollen in gegenseitiger Abstimmung der Projektträger schrittweise realisiert werden.
Die fachliche Beratung und Betreuung zu konzeptionellen und betriebswirtschaftlichen Fragen und Problemen sowie auf dem Gebiet des Marketings ist durch die Bereitstellung von LEADER-Mitteln gewährleistet.