
Die erzgebirgische Holzkunst hat ihren Ausgangspunkt im Bergbau, der einst in dieser Region betrieben wurde. Besonders seit dem Niedergang des Bergbaus wandte man sich im Erzgebirge der Herstellung von Gebrauchsgegenständen zu, um den Lebensunterhalt der Bergmannsfamilien bestreiten zu können. |
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Vor etwa 300 Jahren entstanden die ersten gedrechselten Püppchen, die mit Pinsel und Farbe verschönert wurden. In Windeseile eroberten diese in mühevoller Kleinarbeit gefertigten Figuren und andere Gegenstände die Herzen der Menschen. Immer neue Ideen und Anregungen führten zu neuen Formen und Verwendungsarten. |
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Hier nun eine kleine Übersicht der bedeutendsten erzgebirgischen Holzkunstartikel:
|Engel und Bergmann||Nussknacker||Pyramiden||Räucherfiguren| |Schwibbogen||Weihnachtskrippen|
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Traditionelle Figuren des Erzgebirges sind Engel und Bergmann. In der Weihnachtszeit können Sie diese in vielen Fenstern bewundern. Typisch für den Bergmann ist die weisse Hose, der schwarze Kittel, der Latz und der Hut. Der schlichte, mit weissem Kleid, bunter Schürze und bunten Flügeln bemalte Engel, stellt die Bergmannsfrau dar. Als Sehnsucht des Bergmannes nach dem Licht wurden die Figuren mit Kerzen bestückt.
Die bekannteste gedrechselte Figur ist wohl der Nussknacker. Der erste "Nussbeisser" wurde von Wilhelm Füchtner um 1870 in Seiffen gefertigt. Als Motiv wählten die Drechsler häufig Vertreter der Obrigkeit aus. Selbst der König musste, wann immer es dem Untertan in den Sinn kam, kräftig ins "Holz" beissen. Heute gibt es viele verschiedene Nussknackermotive. Im ersten Nussknackermuseum Europas, in Neuhausen, können über 2.300 dieser lustigen Gesellen in allen denkbaren Formen und Grössen bewundert werden.
Um das Jahr 1800 entstanden im Erzgebirge die ersten Pyramiden. Die Entwicklung geht aber weit ins 16. Jahrhundert zurück. Die Funktionsweise einer Pyramide ist ganz einfach. Die an der Pyramide angebrachten Kerzen erzeugen warme Luft, welche nach oben steigt und das Flügelrad und die Welle in Drehung versetzt. In der heutigen Zeit unterscheidet man Stab-, Stockwerk-, Göpel- und Turmpyramiden. Auf den einzelnen Pyramidenetagen werden Märchen, das alltägliche Leben, Bergbau- und Krippenmotive oder biblische Geschichten dargestellt. Fast in jedem erzgebirgischen Ort werden in der Adventszeit auf den Marktplätzen die grossen elektrisch betriebenen Ortspyramiden aufgestellt. Folgen Sie uns zu einer Pyramidentour durch das weihnachtliche Erzgebirge.
Eine
mittlerweile weltbekannte Weihnachtsfigur aus dem Erzgebirge ist
das Räuchermännchen (erzgeb. Raachermannl). Das
Räuchermännchen wurde bereits um 1850 im Erzgebirge zum Verkauf
angeboten. Räuchermännchen gibt es in den verschiedensten
Formen und Farben. Die Figuren wurden dem täglichen Leben
"abgeguckt" - Sammler finden deshalb eine Vielzahl von
Motiven. In der Advents- und Weihnachtszeit wird es wohl kaum ein
Wohnzimmer im Erzgebirge geben, wo nicht wenigstens ein
Räuchermännchen steht, aus dem sich anheimelnder Weihnachtsduft
entfaltet. Sehr beliebte Räucherfiguren sind auch
Räucherhäuschen (erzgeb. Raacherhaisl) und Räucheröfen
(erzgeb. Raacherufn). Das im Inneren der Figur glimmende Räucherkerzchen lässt diese
dann rauchen.
Tausende
von Schwibbogen erstrahlen jedes Jahr zur Weihnachtszeit in den
Fenstern der erzgebirgischen Städte und Dörfer. Der Name des
Schwibbogens kommt vom Schwebebogen aus der Architektur. Es wurde
damit ein Stützbogen zwischen zwei Mauern bezeichnet. In den
ältesten Schwibbogen waren Sonne, Mond und Sterne abgebildet.
Somit war anzunehmen, dass damit der Himmelsbogen dargestellt
wurde. Aber auch die Annahme, der Schwibbogen sei das Abbild
eines mit Lichtern geschmückten Stollnmundloches wird oft
vertreten. Heute gibt es den Schwibbogen in den
unterschiedlichsten Formen und Materialien. Oft wird der Bergbau,
das Klöppeln und das Schnitzen symbolisiert. Bekannt ist auch
der "Seiffener Schwibbogen", wo die Kirche zu
Seiffen und Bergmannshäuser
inmitten einer Winterlandschaft im Mittelpunkt des Bogens stehen.
Die Weihnachtskrippe stellt die Heilige Familie im Stall zu Bethlehem mit dem Jesuskind in einer Krippe, mit Ochs und Esel sowie meist die Hirten und die Weisen aus dem Morgenlande dar. Auch die traditionellen Weihnachtskrippen unterlagen dem bergmännischen Einfluss. Zunächst gab es auch im Erzgebirge orientalische Weihnachtskrippen. In den 20er Jahren unseres Jahrhunderts entstanden dann die ersten Krippen im bergmännischen Stil.