
Das Klöppeln ist
eine alte Technik, die auf die Weberei bzw. die Posamentierarbeit
zurückgeht. Der Chronist Paulus Jenisius erwähnte 1561 das
Aufkommen der Herstellung von Waren in "phrygischer
Art", wahrscheinlich sind damit die Klöppelspitzen gemeint.
In dieser Zeit wuchs der Bedarf an
Luxusgütern sprunghaft. Die in
zeitaufwendiger Heimarbeit hergestellten Spitzen fanden ihre
Verwendung in der höfischen Mode, beim Adel und den Patriziern
in den Städten. 1683 erschien in Annaberg eine "... Ordnung
wegen übermäßiger und
ungebührlicher Kleidung...", in der genau festgelegt wurde,
welche Spitzen der jeweilige Stand tragen durfte. Die
Klöpplerinnen selbst durften sich nicht mit Spitzen schmücken.
Ein Kleiderordnungsinspektor kontrollierte das Einhalten dieser
Ordnung. Oftmals klöppelten ganze Familien, einschließlich der
Männer und Kinder. Die von Frauen gearbeitete Spitze galt jedoch
als am wertvollsten, weil sie feinere Finger haben. Auch in
anderen Gebieten Deutschlands, wie in der Oberpfalz und im
Bayrischen Wald, wird traditionsmäßig geklöppelt. Durch die
Industrialisierung im 19. Jahrhundert ging das Handwerk unter.
Das Klöppeln wurde als Erwerbsarbeit fast sinnlos, denn durch
die Erfindung von Maschinen konnte viel feinere Spitze
hergestellt werden. Trotzdem wurde und wird im Erzgebirge weiter
geklöppelt, heute jedoch fast ausschließlich als Hobby. Es
lassen sich auch nicht alle Klöppelspitzen mit Maschinen
herstellen. Heute erlebt das Klöppeln als Hobby wieder einen
Aufschwung, und zwar nicht nur in den Gebieten, in denen
traditionell geklöppelt wird.
Das Klöppeln ist von der Technik her
eine Mischung aus Weben und Flechten. Auf einer Unterlage, dem
Klöppelkissen, wird dazu ein Muster aufgesteckt, der
Klöppelbrief. Auf diesem Muster werden mit Stecknadeln die
Fäden befestigt. An den Fäden hängen als Spulen und als
Gewichte die Klöppel. Nun werden die Fäden miteinander
verflochten, und zwar immer paarweise. Die so entstandenen
Strukturen werden durch Einstecken weiterer Stecknadeln
gesichert. Bei den meisten Techniken hält man immer vier
Klöppel gleichzeitig in der Hand, nur sehr selten mehr. Man
arbeitet sich dann in Reihen durch die vielen Klöppel hindurch
(zwischen 3 und 200 Paare, je nach Muster), indem man dem Muster
entsprechend Klöppelpaare ablegt und andere aufnimmt. Das
Ergebnis, die Spitze, ist ein filigranes Gewebe, in dem nicht nur
die Fäden, sondern auch die Zwischenräume Bedeutung für die
Gestaltung haben. Einige Teile sehen wie ein Netz aus, andere wie
ein Gewebe und wieder andere wie Zöpfe.
Fotos:
Klöppelsack: Frauenförder- und Kommunikationszentrum
e. V.
Wandgestaltung Blumen und Tier von Regina Schmiedel und Kathrina
Dörfler
Klöppelschule Annaberg unter der Leitung von Frau Kathrina
Dörfler