

Die Töpfer
gehören neben den Zinngießern und Plattnern zu den
künstlerisch tätigen Handwerkern, die weit über die Grenzen
Annabergs hinaus bekannt wurden und Bedeutung erlangten. Der
Chronist Paulus Jenisius erwähnt Brennöfen und Töpferhäuser
vor dem Buchholzer Tor. Die Stadtmauern mussten aufgrund der
großen Brandgefahr außerhalb der Werkstätten errichtet werden
. Ein weiterer Chronist datiert die Bestätigung der
Innungsartikel der Töpfer durch den Rat in das Jahr 1533.
Annaberger Töpferwaren genossen einen guten Ruf. Die zwei
Töpfer Merten Koller und Christoph Niesl sind durch ihre
vollkommene Kunstfertigkeit von besonderer Bedeutung.
Kostbarkeiten aus Ton sind zum Beispiel ein Tafelfass von 1687,
ein Posamentenkrügel, besetzt mit nachgebildeten Quasten, Borten
und Schnüren und einige erhalten gebliebene Kachelöfen.
Den benötigten Ton fanden die Töpfer am Westhang des
Pöhlberges. Sie trieben unter der Basaltdecke des Berges kleine
Stollen vor, um die Toneinlagerungen zu erreichen. Die
Ablagerungen kamen nur in kleinen Flözen vor. Der Abbau war
mühsam. Daraus erklärt sich auch, dass die Annaberger Meister
in der Herstellung des billigen Gebrauchsgeschirrs nicht mit den
Töpfern des Tieflandes konkurrieren konnten, sondern mehr
künstlerisch wertvolle Waren erzeugten.